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Planungen für die Verbesserung des ÖPNV-Angebots für Stellingen und Eidelstedt vorstellen - Stellungnahme der BVM zur Drucksache 22-2138, BV-Beschluss vom 10.06.2026 –

Mitteilungsvorlage der/des Vorsitzenden

Sachverhalt

Die beiden Stadtteile Stellingen und Eidelstedt sind in großen Teilen lediglich durch zahlreiche Buslinien an den ÖPNV angeschlossen. Die wachsende Anwohnerzahl führt dazu, dass viele Busse, unter anderem die Linien 183, 184, 281 sowie die Buslinie 4 sehr oft überfüllt sind. Zudem wurde die Buslinie 392, welche die beiden Stadtteile mit den südwestlichen Stadtteilen Hamburgs verbunden hatte, jetzt gestrichen. Damit können Menschen, die z. B. auf die Fährverbindung ab Teufelsbrück angewiesen sind, diese nicht mehr ohne Umsteigen erreichen.

Im Sinne der Verbesserung des Umweltverbundes sowie der Attraktivität des ÖPNV für Anwohnerinnen und Anwohner aus Stellingen und Eidelstedt sind Taktverdichtungen, Rückkehr zur Fortführung der Buslinie 4 stets bis mindestens zum Eidelstedter Platz (anstatt einer Unterbrechung am Langenfelder Damm) - besser zum Wildacker unerlässlich. Damit sich die Mitglieder des Regionalausschusses Stellingen/Eidelstedt ein zutreffendes Bild der Situation machen können, sollen Vertreter*innen des HVV und der Hochbahn über die aktuelle Lage sowie die Planungen für den ÖPNV in Eidelstedt und Stellingen im Ausschuss berichten. Ergänzend wird um eine Darstellung der tatsächlichen Auslastung der relevanten Buslinien in Stellingen und Eidelstedt gebeten. Dabei sollen auch die beim HVV bzw. bei der Hochbahn AG vorhandenen Auslastungsdaten sowie die Methodik ihrer Erhebung (z. B. automatische Fahrgastzählungen, Stichproben oder andere Erhebungsverfahren) erläutert werden.

Zudem wird um eine Erläuterung gebeten, inwieweit die Belange mobilitätseingeschränkter oder besonders schutzbedürftiger Fahrgastgruppen wie Menschen mit Gehhilfen, Eltern mit Kinderwagen oder Personen mit Einkaufstrolleys bei der Bewertung der Auslastung und der Angebotsqualität berücksichtigt werden.

Beschluss:

Der Vorsitzende der Bezirksversammlung wird gebeten, bei der Hochbahn AG und dem HVV bezüglich der Entsendung eine:r Referent*in anzufragen. Der/die Referent*in soll im Regionalausschuss Stellingen/Eidelstedt (RaSE) die aktuellen Pläne zum Busverkehrsangebot für Stellingen und Eidelstedt vorstellen sowie Auskunft über die Auslastung der relevanten Buslinien geben, insbesondere hinsichtlich der Busse der Linie 4, diese durchgängig bis nach Eidelstedt - möglichst bis zum Wildacker - zu führen sowie der Linien 281 und 392. Dabei sollen auch die zugrunde liegenden Erhebungs- und Bewertungsmethoden und die Kriterien für eine mögliche Taktverdichtung vorgestellt werden. Wichtig ist bei der Vorstellung insbesondere die Berücksichtigung mobilitätseingeschränkter Fahrgastgruppen.

Stellungnahme der Behörde für Verkehr und Mobilitätswende (BVM):

Die Bezirksversammlung Eimsbüttel hatte um Entsendung von Referentinnen oder Referenten des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) und der Hamburger Hochbahn AG (Hochbahn) zu mehreren Themen gebeten. Nach Prüfung der Sachlage kann zu den einzelnen Anliegen schriftlich Stellung genommen werden, so dass eine Teilnahme am Regionalausschuss als entbehrlich eingeschätzt wird.

Grundsätzlich stehen die Hamburger Verkehrsverbund GmbH (hvv), die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) sowie die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH und die BVM in der Netz- und Angebotsplanung für den Busverkehr in einem stetigen und konstruktiven Austausch, um das Leistungsangebot bedarfsgerecht weiterzuentwickeln und zu optimieren.

Hierzu zählt auch die kontinuierliche Beobachtung der Verkehrsunternehmen und des hvv, ob nachfrageorientierte Anpassungen im Leistungsangebot notwendig sind. Hierfür werden regelmäßig die Nachfragedaten der Buslinien, einschließlich der Linien 4, 281 und 392, aus dem vergangenen Fahrplanjahr ausgewertet und daraus bei Bedarf Maßnahmen zur nachfragegerechten Anpassung des gesamten Busangebots in Hamburg abgeleitet.

Gleichzeitig stehen für angebotsorientierte Maßnahmen derzeit nur begrenzte Ressourcen zur Verfügung. Ursächlich hierfür ist die finanziell sehr herausfordernde Gesamtsituation, die bereits seit einigen Jahre besteht und insbesondere die im hvv organisierten Verkehrsunternehmen stark belastet.

Grundlage der Angebotsplanung sind insbesondere Daten aus den automatischen Fahrgastzählsystemen sowie Besetztmeldungen der Fahrpersonale. Auf Basis der Auslastung im Vorjahr und der erwarteten Nachfrageentwicklung wird für jedes 20-Minuten-Intervall geprüft, ob die planerisch angestrebten Kapazitätsgrenzwerte erreicht oder überschritten werden. Ist dies der Falloder häufen sich Besetztmeldungen, werden unter Berücksichtigung der betrieblichen und finanziellen Rahmenbedingungen geeignete Maßnahmen geprüft. Hierzu zählen insbesondere Anpassungen der Fahrlagen, der Einsatz größerer Fahrzeuge, zusätzliche Fahrten oder abschnittsweise Taktverdichtungen. Sofern Überlastungen auf vorübergehende Einflüsse zurückzuführen sind oder künftig nicht mehr zu erwarten sind, kann auf Maßnahmen verzichtet werden.

Auf der MetroBus-Linie 4 liegt die maximale Besetzung derzeit unterhalb der maßgeblichen Kapazitätsgrenzwerte, sodass Taktverdichtungen derzeit nicht vorgesehen sind. Die Nachfrage zwischen Eimsbüttel und Eidelstedt fällt zudem deutlich geringer aus als auf anderen Abschnitten. Das Angebot wird daher nachfrageorientiert ausgestaltet: Ein Teil der Fahrten endet bereits am Langenfelder Damm, wodurch auf den besonders stark nachgefragten Abschnitten zusätzliche Fahrten angeboten werden können. Eine durchgehende Führung aller Fahrten bis Eidelstedt bzw. Wildacker ist vor diesemHintergrund derzeit nicht vorgesehen.

Gleichwohl wird das Angebot fortlaufend überprüft und bei Bedarf angepasst. So wurde zuletzt zum Fahrplanwechsel im Dezember 2024 samstags zwischen U Schlump und Langenfelder Damm ein 5-Minuten-Takt eingeführt. Darüber hinaus wurden zwischen Eidelstedter Platz und Langenfelder Damm die morgendlichen Verstärkerfahrten nachfragegerecht angepasst sowie auf der Linie 292 zwischen Eidelstedter Platz und Volksparkstraße bzw. Siemersplatz das Angebot von zwei auf drei Fahrtenje Stunde ausgeweitet. Mit der Eröffnung der AKN-Station Schnelsen Süd wird zudem eine Entlastung der Linie 284 erwartet.

Die Belange mobilitätseingeschränkter Fahrgäste werden bei der Angebotsplanung grundsätzlich berücksichtigt. Neben barrierefreien Fahrzeugen, Haltestellen und Fahrgastinformationen fließt insbesondere der zusätzliche Platzbedarf für Rollstühle, Rollatoren, Kinderwagen und Gepäck in die planerischen Kapazitätsansätze ein. Darüber hinaus werden Besetztmeldungen, die eine Nichtbeförderung aufgrund ausgelasteter Mehrzweckbereiche dokumentieren, gesondert ausgewertet und bei der Angebotsplanung berücksichtigt.

Petitum/Beschluss

Um Kenntnisname wird gebeten.

Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Teufelsbrück Eidelstedter Pl. Langenfelder Damm Wildacker Volksparkstraße Siemerspl. Stellingen Eidelstedt

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