22-2218

Pilotprojekt zur Nahwärme in der Steenkamp-Siedlung fördern Dringlicher Antrag der Fraktion GRÜNE

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 28.05.2026 Bezirksversammlung Ö 9.3

Sachverhalt

Der Steenkamp Energie e.V. ist eine Initiative von Bewohnerinnen und Bewohnern der Steenkamp-Siedlung in Hamburg, Bahrenfeld, die sich zum Ziel gesetzt hat, eine dezentrale und sozial verträgliche Wärmelösung zu entwickeln. Ein Nahwärmenetz soll in der Siedlung herkömmliche Heizungen durch nachhaltige Quellen wie Erdwärme und/oder Abwärme des nahen Forschungszentrums DESY ersetzen. Das DESY muss zur Kühlung große Mengen Wärme abgeben. Zurzeit wird diese Wärme ungenutzt in die Umwelt abgegeben.

Die Initiative hat großen Rückhalt durch über 250 Haushalte, die bereits schriftlich ihr Interesse bekundet haben.

Nach dem derzeitigen Stand der kommunalen Wärmeplanung werden die Hamburger Stadtgebiete vornehmlich binär eingeteilt: in diejenigen, denen ein Fernwärmeanschluss bis zur Haustür zur Verfügung gestellt wird, und in diejenigen, in denen die Bürger bei der Realisierung der Wärmewende auf andere technische Lösungen angewiesen sind.

Von der Stadt werden hier in erster Linie Einzellösungen wie der Einbau einer Wärmepumpe empfohlen und finanziell gefördert. Quartiers- oder Nachbarschaftslösungen spielen bisher noch eine untergeordnete Rolle, auch wenn hierfür Förderprogramme vorhanden sind. Doch genau in dicht bebauten Siedlungen wie der Steenkamp-Siedlung sind solche Lösungen essentiell.

Steenkamp Energie e.V. macht sich deshalb stark für kleinere, dezentrale Wärmenetze, die mit unterschiedlichen Wärmequellen gespeist werden können und im Zusammenspiel zwischen Bürgern und Stadt entstehen.

Ziel bei der Entwicklung dieser Wärmenetze ist es, eine Lösung für das jeweilige Gebiet zu finden, die technologisch am sinnvollsten ist, für den Einzelnen nicht teurer wird als der individuelle Einbau einer Wärmepumpe und durch ihre Effizienz und konsequente Umstellung auf Erneuerbare Energien einen signifikanten Beitrag zur CO2-Reduktion und damit zur Erfüllung der Hamburger Klimaziele leistet.

Um dieses Ziel voranzubringen, strebt Steenkamp Energie e.V. an, den Status eines Pilotprojekts der Stadt Hamburg zu erhalten. Die Siedlung bietet ideale Bedingungen, um als Blaupause für die urbane Wärmewende im Bestand zu dienen:

Die Bezirksversammlung fordert den Senat gemäß § 27 BezVG auf:

  1. zu prüfen,
  • inwieweit eine Wärmeauskopplung bei DESY möglich ist,
  • welche technischen Voraussetzungen zur Auskopplung zu schaffen sind,
  • welche technischen Voraussetzungen zum Leitungsbau in die Steenkamp-Siedlung von Nöten sind, um die Voraussetzungen für die Auskopplung zu schaffen,
  • welche Fördermaßnahmen und Finanzierungsnotwendigkeiten bestehen,
  • welche genehmigungstechnischen Voraussetzungen gelten,
  • welche gutachterliche Begleitung notwendig ist;
  1. Gespräche mit Steenkamp Energie e.V. gemeinsam mit der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung (BWFG), Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) und DESY einzuleiten. Ob im Prozess zur Planung der Science City und den Überlegungen zur dortigen Wärmeversorgung weitere relevante Stakeholder notwendig sind, muss erwogen werden;
  1. die Ergebnisse der Prüfungen im Stadtentwicklungsausschuss Altona vorzustellen.

Das Bezirksamt wird nach § 19 BezVG aufgefordert, die Gespräche und Maßnahmen proaktiv zu unterstützen.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
28.05.2026
Ö 9.3
Anhänge

ohne

Lokalisation Beta
Bahrenfeld

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