Mehr Sicherheit und Aufenthaltsqualität im Quartier Einrichtung einer Spielstraße im Lilly-Giordano-Stieg Antrag der Fraktion GRÜNE
Letzte Beratung: 05.01.2026 Mobilitätsausschuss Ö 7
Das Neubaugebiet Kolbenhöfe (ca. 420 Wohnungen) sowie das unmittelbar angrenzende Max-Brauer-Quartier (ca. 460 Wohnungen) wurden als familienorientierte, verkehrsberuhigte Quartiere entwickelt, was sich insbesondere in der hohen Dichte von vier Kindertagesstätten im direkten Umfeld widerspiegelt.
In diesem Areal liegt der Lilly-Giordano-Stieg. Hier befindet sich das Hamburger Konservatorium, eine musikalische Bildungseinrichtung, in dessen Gebäude auch eine Kindertagesstätte (MusiKON) untergebracht ist. Der Lilly-Giordano-Stieg ist zugleich eine zentrale fußläufige Ost-West-Verbindung, unter anderem zur S-Bahn-Station Bahrenfeld sowie zum Spielplatz im Max-Brauer-Quartier, und wird täglich von zahlreichen Kindern, Eltern und Anwohnenden genutzt.
Der betroffene Straßenraum ist verkehrlich unzureichend geregelt. Insbesondere im westlichen Abschnitt (stadtauswärts) existiert auf keiner Straßenseite ein Gehweg. In Richtung S-Bahn steht auf der rechten Seite lediglich eine schmale Bordsteinkante von lediglich 20 bis 30 cm Breite zur Verfügung. Auf der linken Seite befindet sich ein erhöhter Bereich, der optisch einem Gehweg ähnelt, jedoch kein Gehweg ist, sondern als Privatgrundstück bzw. öffentliche Mischverkehrsfläche gilt und durch parkende Fahrzeuge und Anhänger in Anspruch genommen wird. Dadurch sind Fußgänger:innen – insbesondere Kinder – gezwungen, die Fahrbahn zu nutzen. Es besteht ein erheblicher Nutzungskonflikt zwischen Fuß-, Rad- und Kfz-Verkehr mit konkreter Gefährdungslage.
Die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs (Spielstraße) stellt hierfür eine rechtssichere, verhältnismäßige sowie ohne bauliche Maßnahmen umsetzbare Lösung dar. Sie ordnet den Straßenraum eindeutig, reduziert Nutzungskonflikte und trägt der tatsächlichen Nutzung des Lilly-Giordano-Stiegs Rechnung. Die Maßnahme ist zumutbar und angemessen, da kein Durchgangsverkehr besteht und sich der Kfz-Verkehr auf Anlieger:innen sowie auf Fahrten zu den kleinen Gewerbebetrieben im Bereich des Leonore-Mau-Wegs (u. a. Kfz-Werkstatt, Schmiede, Tischlerei) beschränkt.
Ergänzend ist festzuhalten, dass auch der östliche Abschnitt (stadteinwärts) des Lilly-Giordano-Stiegs ideal für die Ausweisung als Spielstraße geeignet ist. Dieser Abschnitt endet in einem Wendehammer und weist keinen Durchgangsverkehr auf. Eine einheitliche Regelung für beide Abschnitte würde die Verständlichkeit derVerkehrsführung erhöhen, Konflikte vermeiden und die Aufenthaltsqualität im gesamten Straßenraum stärken.
Hinzu kommt, dass die Straßen im Quartier bislang noch nicht endgültig gewidmet wurden, wodurch sich die Möglichkeit ergibt, die verkehrsrechtliche Ausgestaltung direkt bedarfsgerecht festzulegen.
Vor diesem Hintergrund möge der Mobilitätsausschuss den nachfolgenden Beschluss fassen:
Die Bezirksversammlung fordert das Bezirksamt Altona gemäß § 19 BezVG auf, den Lilly-Giordano-Stieg als verkehrsberuhigten Bereich zu widmen.
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Der Mobilitätsausschuss wird um Zustimmung und Weiterleitung an die Bezirksversammlung gebeten
Foto Lilly-Giordano-Stieg
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