22-1593

Maßnahmenpaket zum Umgang mit Waschbären (Procyon lotor) Antrag der CDU-Fraktion

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 29.01.2026 Bezirksversammlung Ö 9.1

Sachverhalt

Die Kleine Anfrage „Lustig, aber lästig pelzigen Schädlingen in Altona Einhalt gebieten“ (DrucksacheNr. 221511) zeigt, dass dem Bezirksamt derzeit keine eigenen Informationen zum Populationsstand der Waschbären in Hamburg vorliegen und bei mehreren Fragestellungen auf die Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) verwiesen wird (u. a. Datenlage, Aufklärungsmaßnahmen).

Zugleich unterstreichen ökologische und städtebauliche Aspekte die Notwendigkeit, Konflikte mit Waschbären im urbanen Raum präventiv zu reduzieren: neben negativen Auswirkungen auf Biodiversität (z. B. Gelege von Singvögeln, Amphibien) treten wiederkehrende Nutzungskonflikte in Wohnquartieren auf (gesicherte Abfalllagerung, Gebäudeschutz, Kompostmanagement).

Bejagung in verdichteten urbanen Räumen kommt praktisch und gesellschaftlich nur begrenzt in Betracht. Somit sind vorrangig Prävention, Aufklärung, technische Sicherung und ein belastbares Meldesystem erforderlich, flankiert durch klare Zuständigkeitsabsprachen mit der BUKEA. Der Antrag etabliert hierfür ein pragmatisches Maßnahmenpaket mit realistischen Fristen, evaluiert Pilotprojekte und sorgt für Transparenz durch regelmäßige Berichte an den Ausschuss. Dies ermöglicht eine datenbasierte Steuerung, adressiert Hotspots zügig und stärkt die Bürgerbeteiligung durch niedrigschwellige Meldemöglichkeiten.

Die Bezirksversammlung möge vor diesem Hintergrund beschließen:

Das Bezirksamt Altona wird gem. § 19 BezVG aufgefordert, die nachfolgenden Maßnahmen unverzüglich umzusetzen:

  1. Entwicklung und Veröffentlichung einer bezirksweiten und einheitlichen Informations und Präventionsoffensive
  • Gemeinsam mit der BUKEA für Bürgerinnen und Bürger zur Vermeidung von Waschbärenkonflikten (keine Fütterung, sichere Abfalllagerung, Kompostschutz, Gebäudeeintritt verhindern), und zwar über SocialMediaKanäle, Aushänge in öffentlichen Einrichtungen und über geeignete Multiplikatoren (Wohnungsunternehmen, Hausverwaltungen, Stadtreinigung).
  • Bereitstellung praxisnaher Handreichungen (Flyer/FAQ, Download).
  • Eingehende Meldungen sind quartalsweise auszuwerten (Hotspots, Schadensart, Zeitverlauf). Ergebnisse werden im zuständigen Ausschuss vorgestellt und veröffentlicht.
  1. Erarbeitung und Veröffentlichung technischer Empfehlungen und Pilotprojekte
  • In Zusammenarbeit mit der Stadtreinigung, der Wohnungswirtschaft und Fachbetrieben r waschbärsichere Abfallbehälter, Kompost und Gebäudeschutz (z. B. Tonnensicherungen, Dachboden /LüftungsöffnungsSicherung).
  • In identifizierten Hotspots sind Pilotmaßnahmen (z. B. gesicherte Tonnen, Informationspakete für Hausgemeinschaften) zu erproben und zu evaluieren.
  1. Klarstellung im Umgang mit Eingriffsmaßnahmen
  • In Abstimmung mit BUKEA und zuständigen Behörden bezogen auf die rechtlichen und tierschutzrechtlichen Rahmenbedingungen für unvermeidbare Eingriffe (z. B. Fallenfang durch Fachbetriebe, Vergrämung). Ein Leitfaden wird veröffentlicht.
  • Eine Bewertung über die Eignung und Zulässigkeit etwaiger Kastrations/TNRPilotprojekte ist zu erarbeiten und dem Ausschuss vorzulegen.
  1. Halbjährliche Berichtspflichten
  • Im zuständigen Ausschuss über den Stand der Maßnahmen, Datenlage, Wirksamkeit und etwaigen Anpassungsbedarf.

Gem. § 27 BezVG wird die BUKEA aufgefordert, das Bezirksamt entsprechend ihrer Zuständigkeit bei den vorstehenden Maßnahmen zu unterstützen.

Dem Ausschussr Grün, Naturschutz und Sport ist zu berichten.

Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
29.01.2026
Ö 9.1
Anhänge

ohne

Lokalisation Beta

Keine Orte erkannt.

Die Erkennung von Orten anhand des Textes der Drucksache kann ungenau sein. Es ist daher möglich, das Orte gar nicht oder falsch erkannt werden.