22-2216

Kleine Wälder, große Wirkung – Miyawaki-Wälder für ein klimaresilientes Altona Dringlicher Antrag der Fraktionen von SPD und GRÜNE

Antrag öffentlich

Letzte Beratung: 28.05.2026 Bezirksversammlung Ö 8.11

Sachverhalt

Der Bezirk Altona steht vor der Herausforderung, die Lebensqualität und Klimaresilienz in dicht besiedelten Quartieren langfristig zu sichern. Das bezirkliche Klimaanpassungskonzept „COOL-Altona“ definiert die Hitzeentlastung sowie den Ausbau grüner Infrastruktur als zentrale Ziele. Die Miyawaki-Methode bietet hierfür ein besonders effizientes Instrument. Durch eine sehr dichtePflanzung standortheimischer Arten entstehen bereits auf kleinen Flächen ab etwa 100 m² innerhalb kurzer Zeit resiliente Mini-Wälder („Tiny Forests“), die einen wichtigen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel leisten können.

Miyawaki-Wälder wirken dabei wie natürliche Klimaanlagen und unterstützen unmittelbar die Zielsetzungen von „COOL-Altona“, indem sie durch Verschattung und Transpirationskühlung den Wärmeinseleffekt in urbanen Räumen reduzieren. Gleichzeitig sorgt die intensive Bodenaufbereitung für eine hohe Versickerungsleistung und stärkt damit den Ansatz der „Schwammstadt“, um den Bezirk besser vor Starkregenereignissen zu schützen.

Dass diese Methode auch in Altona erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigen die bereits vor drei Jahren entstandenen Mini-Wälder auf zwei Flächen zwischen der Louise-Schroeder-Straße und der Schomburgstraße. Die dort gewonnenen Erfahrungen sollen aufgegriffen und als Grundlage für weitere Projekte im Bezirk genutzt werden.

Auch außerhalb Altonas gibt es bereits erfolgreiche Beispiele für die Umsetzung der Miyawaki-Methode. Im schleswig-holsteinischen Wedel wurde ein „Tiny Forest“ realisiert, der als Vorzeigeprojekt für schnelle Biomassebildung und lokale Klimaverbesserung gilt. In Bargteheide entstand durch starkes bürgerschaftliches Engagement ein autarkes Waldökosystem mit hoher CO-Bindungskapazität. Weitere erfolgreiche Beispiele finden sich zudem in Berlin und Athen.

Vor diesem Hintergrund wird das Bezirksamt Altona gemäß § 19 BezVG gebeten,

  1. im Sinne des Konzepts „COOL-Altona“ geeignete Standorte für die Anlage von Miyawaki-Wäldern zu identifizieren. Dabei sollen insbesondere ungenutzte öffentliche Brachflächen sowie ökologisch geringwertige Restflächen im Straßenraum geprüft werden;
  1. Miyawaki-Wälder als feste Option in die Planungen zukünftiger großer Stadtentwicklungsprojekte zu integrieren. Dies gilt insbesondere für die Bauabschnitte 2 und 3 der Mitte Altona, um dort frühzeitig wirksame Klimaschutz- und Kühlungsstrukturen in die neue urbane Infrastruktur einzubinden;
  1. zur Finanzierung ein kombiniertes Modell aus Bundes-, Landes- und Bezirksmitteln zu prüfen. Dabei sind insbesondere Förderprogramme des Bundes wie „Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel“ des Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) sowie das „Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz“ (ANK) einzubeziehen. Auf Landesebene sollen Programme der Behörde für Umwelt, Klima, Energie und Agrarwirtschaft (BUKEA) Hamburg, etwa der Förderfonds „Vorfahrt für das Stadtgrün“ oder Mittel aus dem Masterplan Stadtnatur, berücksichtigt werden. Zusätzlich ist zu prüfen, inwieweit Politikmittel des Bezirks sowie eine mögliche Anrechenbarkeit als ökologische Kompensationsmaßnahme genutzt werden können;
  1. dem Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport bis zum Ende des Jahres über die Ergebnisse der Standortprüfung sowie über die Einbindung der Miyawaki-Wälder in zukünftige Stadtentwicklungsprojekte zu berichten.
Petitum/Beschluss

Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.

Bera­tungs­reihen­folge
Datum/Gremium
TOP
28.05.2026
Ö 8.11
Anhänge

ohne

Lokalisation Beta
Louise-Schroeder-Straße Schomburgstraße

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