22-1967

„Implementierung von StoP! Stadtteile ohne Partnergewalt im Bezirk Eimsbüttel - Prävention und Schutz bei häuslicher Gewalt“

Beschlussempfehlung Ausschuss

Sachverhalt

Bisherige Beratungsfolge

am

TOP

Drs.-Nr.

Ergebnis

HA(Antrag der Fraktion DIE LINKE)

11.09.2025

10.7

22-1369

An Ausschuss überwiesen

SR(Antrag der Fraktion DIE LINKE)

16.09.2025

11.1

22-1369

Vertagt

SR(Antrag der Fraktion DIE LINKE)

06.01.2026

11.1

22-1369

Vertagt

SR(gem. Antrag der Fraktion DIE LINKE, der FDP-, der GRÜNE- und der SPD-Fraktion)

17.03.2026

10.1

22-1369

Empfehlungmit Änderungen mehrheitlich bei Gegenstimme der AfD-Fraktion zugestimmt.

Die Gewalt gegen Frauen in Partnerschaften bleibt ein ernstzunehmendes und dringliches gesellschaftliches Problem. In Deutschland wird nahezu jeden zweiten Tag eine Frau von ihrem aktuellen oder ehemaligen Partner ermordet. Trotz zahlreicher gesetzlicher Reformen, Ausbau von Beratungsstellen, erweiterten Kapazitäten in Frauenhäusern und verstärkten Schutzmaßnahmen hat sich an der grundsätzlichen Problemlage nur wenig verbessert. Die Dunkelziffer häuslicher Gewalt bleibt sehr hoch, da das Thema weiterhin von Scham, Angst und Tabuisierung geprägt ist.

Betroffene Frauen sehen sich häufig mit Verunsicherung und Hilflosigkeit konfrontiert, nicht selten kommt es zu Selbstvorwürfen oder gesellschaftlichen Schuldzuweisungen, die eine wirksame Unterstützung erschweren. Das soziale Umfeld und Nachbarschaften fühlen sich oftmals machtlos und wissen nicht, wie sie angemessen reagieren können. Diese Faktoren tragen dazu bei, dass Betroffene in ihrem Leid gefangen bleiben und aus dem Kreislauf der Gewalt nicht ausbrechen können.

Das 2006 von Prof. Dr. Sabine Stövesand an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg (HAW Hamburg) entwickelte StoP!-Projekt ist ein wissenschaftlich fundiertes und in der Praxis erfolgreich erprobtes Handlungskonzept, das präventiv und partizipativ wirkt.

StoP! wurde zunächst im Hamburger Stadtteil Steilshoop umgesetzt, wo es durch innovative Gemeinwesenarbeit, effektive Vernetzung und nachhaltige Öffentlichkeitsarbeit bundesweit Beachtung fand und mehrfach ausgezeichnet wurde sowohl in Deutschland als auch international, z.B. in Österreich.

Ziel von StoP! ist es, in Stadtteilen eine langfristige und nachhaltige Veränderung der gesellschaftlichen Einstellungen zu Partnerschaftsgewalt zu bewirken. Das Projekt fördert die Aktivierung von Nachbarschaften und zivilgesellschaftlichem Engagement, sensibilisiert Multiplikator*innen vor Ort und etabliert tragfähige Unterstützungsnetzwerke. Wesentlich ist das im Projekt entwickelte StoP-8-Schritte-Modell, das konkrete Maßnahmen und Handlungsempfehlungen zur Prävention, Intervention und Nachsorge bei häuslicher Gewalt liefert.

Vor dem Hintergrund der laufenden Stadtteilentwicklung Stellingen (RISE) bietet sich die Möglichkeit, das StoP-Konzept im Bezirk Eimsbüttel zu implementieren und den Schutz vor häuslicher Gewalt weiter zu stärken. Die Bezirksverwaltung in Eimsbüttel hat hier die Chance, ebenfalls Flagge zu zeigen und durch gezielte, innovative Präventionsarbeit und den Aufbau eines lokalen Unterstützungsnetzwerks betroffenen Frauen* konkrete Hilfe und Sicherheit zu bieten.

Am 06.01.2026 hatte Frau Prof. Dr. Sabine Stövesand das Projekt im Sozialraumausschuss vorgestellt. Dabei wurde klar, dass vor einer Implementierung ein geeigneter Träger gefunden werden und die Finanzierung sichergestellt werden müsste.

Petitum/Beschluss

1. Prof. Dr. Sabine Stövesand oder eine andere fachkundige Person soll zeitnah in den Sozialraumausschuss eingeladen werden, um das StoP-Konzept sowie das praxisorientierte StoP-8-Schritte-Modell detailliert vorzustellen. Ziel ist es, ein fundiertes Verständnis und breite Unterstützung für das Projekt im Bezirk / Stadtteil zu erreichen. Der Jugendhilfeausschuss soll über diesen Termin informiert werden.
Punkt 1 wurde in der Sitzung am 11.09.2025 einstimmig bei Enthaltungen der CDU beschlossen.


2. Die Implementierung eines StoP! - Projektes in Stellingen (im Zuge der Erstellung des Quartiersentwicklungskonzeptes)zu prüfen.

  1. Geeignete Träger- und Trägernetzwerke zu dem Themenfeld anzusprechen, sowie mögliche Finanzierungswege auszuloten mit dem Ziel, mindestens ein StoP! - Projekt für den Bezirk Eimsbüttel zu etablieren.
  2. In den jeweiligen Stadtteilen geeignete Träger -und Trägernetzwerke, wie z.B. Bürgerhäuser zu identifizieren, welche das Projekt StoP! Stadtteile ohne Partnergewalt implementieren können.
  1. Pfen zu lassen, welche Möglichkeiten der Finanzierung für das Projekt in Betracht kommen, z.B. Quartiersentwicklungsfonds, RISE- Fördermittel.
Anhänge

keine

Lokalisation Beta
Stellingen

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