Hirschpark Blankenese Mitteilungsdrucksache des Amtes
Letzte Beratung: 11.02.2026 Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport Ö 3.4
Das Bezirksamt Altona – Fachamt für Verbraucherschutz, Abteilung Veterinärwesen – hat anlässlich wiederholter tierschutzrelevanter Vorfälle im Zusammenhang mit der Haltung von Damhirschen im Hirschpark Blankenese die Situation umfassend bewertet. Trotz erheblicher Bemühungen und baulicher Anpassungen in den Jahren 2023 und 2024, die der Herstellung einer artgerechten und gesetzeskonformenTierhaltung dienen sollten, kann eine Genehmigung nach § 11 Tierschutzgesetz (TierSchG) für die Haltung von Damwild im Hirschpark nicht erteilt werden.
Maßgebliche Gründe hierfür sind insbesondere:
Die Abstellung der Mängel, von denen das Bezirkamt durch die Neubewertung Kenntnis hat, ist trotz aller Bemühungen im Vorfeld nicht möglich. Das Bezirksamt Altona hat daher entschieden, das Damwildgatter im Hirschpark mit sofortiger Wirkung zu schließen. Die verbliebenen Tiere werden zu einem aus Tierschutzsicht geeigneten Zeitpunkt in das Wildgehege Klövensteen überführt, wo sie im Herdenverbund mit weiteren Damhirschen auf einer großzügigen, artgerecht gestalteten Anlage leben können. In dieser Herde sind auch weibliche Tiere integriert, was zu einem deutlich ruhigeren Sozialverhalten und weniger ausgeprägten Brunftkämpfen führt.
Das Wildgehege Klövensteen wird somit die Tradition der Dammwildhaltung im Bezirk Altona fortführen und bewahren. Besucher:innen können dort weiterhin Damhirsche und andere heimische Tierarten kostenfrei beobachten.
Die bisherigen baulichen Maßnahmen im Bereich der Dammwildhaltung wurden seitens des Bezirksamtes potenziell mehrfunktional geplant, so dass einer künftigen Anpassung der Fläche in Richtung einer anderweitigen Nutzung keine unüberwindbaren Hürden entgegenstehen. Die Zukunft des Areals wird im Zusammenwirken mit der Bezirksversammlung Altona und den beteiligten Fachbehörden gestaltet.
Historische Einordnung:
Die Ursprünge des Hirschparks reichen bis in das Jahr 1620 zurück, als A. Oldehorst das Gelände als Landgut anlegte. Im Jahr 1786 ging das Anwesen durch eine Auktion in den Besitz des Kaufmanns Johann Caesar Godeffroy über und war zu dieser Zeit das größte Landgut der Umgebung. Ein direkter Nachkomme der Familie, ebenfalls mit dem Namen Johan Cesar Godeffroy, ließ um 1860 das Hirschgatter errichten, in dem bis zuletzt Damwild lebte. 1924 wurde das Anwesen von der Gemeinde Blankenese erworben und kurze Zeit später von der Stadt Altona der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Unter der Leitung von Ferdinand Tutenberg erfolgte die Umgestaltung zu einer öffentlichen Parkanlage. Heute ist der Hirschpark ein beliebtes Ausflugsziel in Hamburg.
In einem nächsten konkreten Schritt wird das Bezirksamt der Bezirksversammlung Altona alternative Nutzungskonzepte vor Umplanung zuleiten.
Der Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport wird um Kenntnisnahme gebeten.
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